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3D-Drucker: Das revolutioniert die Branche

Oder der Kunde bekommt vom Raumausstatter nicht mehr nur eine Zeichnung, sondern gleich ein fertiges 3D-Modell seines Wohnzimmers mit der neuen Tapete und den Vorhängen. „Ebenso kann ich mir vorstellen, dass Kunden mit einem USB-Stick zum Handwerker kommen und sagen: „Das Regal will ich haben. Ob konventionell gefertigt, additiv oder durch Kombination der beiden Verfahren, ist mir egal“, so Erik Marquardt.

Preise werden sinken

Das bedeutet aber auch: Wie bei jeder Revolution, so gibt es auch beim 3D-Druck durchaus Schattenseiten. Nicht alle Handwerksmeister sind derart technisch begabt wie Destillerie-Konstrukteur Keller, der für den 3D-Druck gerade einmal eine Woche Schulung investiert hat. Viele 3D-Drucker und die dazugehörige Software sind durchaus komplexerer Natur, brauchen Fachpersonal zur Bedienung und somit eine langfristige Einarbeitungszeit sowie ein ordentliches Maß an IT-Kenntnissen. „Und mit den Ansprüchen steigen auch die Preise“, erteilt Erik Marquardt darüber hinaus dem dreidimensionalen Drucken per Billiggerät aus dem Hobbykeller eine deutliche Absage.

Das heißt: Je nach Aufgabe müssen Handwerker allein für die Hardware durchaus einige tausend Euro investieren, im Fall der Carl GmbH etwa rund 5000. Hier gibt es aber frohe Kunde: Die Marktforscher von IDC (International Data Corporation) prognostizieren Preissenkungen. Ihren Erhebungen zufolge lag der Durchschnittspreis aller weltweit produzierten 3D-Drucker 2011 bei mehr als 25 000 Dollar. Bereits im Jahr 2017 soll dieser auf deutlich unter 10 000 Dollar sinken.

Anbieter aus der Nische

Darüber hinaus sieht IDC auch tradierte Hersteller der 2D-Drucker-Welt wie etwa Ricoh, Epson oder Xerox ins 3D-Massengeschäft einsteigen, mit Eigenentwicklungen oder in Kooperationen. Denn bisher tummeln sich hier vor allem Nischenanbieter, entsprechend kostspielig sind die Produkte deshalb. IDC-Analyst Keith Kmetz sieht einen weiteren Trend, der den 3D-Druck auch weniger technikaffinen Handwerkschefs erschließen wird: „Wir werden 3D-Druck auch zunehmend als Auftragsarbeit, bei dem sich Dienstleister darum kümmern, in breiter Verfügbarkeit erleben.“

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