Management

28.01.2008
Rechnungslegung

ZDH lehnt internationale Standards ab

Der ZDH lehnt für kleine und mittlere Unternehmen erstellte IFRS ab.

Hanns-Eberhard Schleyer: "Für Handwerk und Mittelstand bringen internationale Rechnungslegungsstandards keine Vorteile." Foto: ZDH

"Für Handwerk und Mittelstand bringen internationale Rechnungslegungsstandards keine Vorteile“, sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Bislang würden IFRS vor allem von Unternehmen genutzt, die an externer Kapitalmarktfinanzierung interessiert seien und über ein internationales Firmennetz verfügten.

IFRS für KMU stellten jedoch keine Vereinfachung bei der Rechnungslegung dar, sondern verursachten insbesondere durch die komplexen Bewertungsregelungen und die umfänglichen Angaben im Anhang, zusätzlichen Bürokratieaufwand. "Eine gute Kenntnis der sogenannten Full-IFRS ist im Übrigen Voraussetzung, um die verkürzten IFRS für KMU in der betrieblichen Praxis anwenden zu können“, so Schleyer weiter.

Insbesondere für Kleinbetriebe sei das nicht leistbar. Für Besteuerungszwecke seien IFRS nicht nutzbar, da damit das bewährte Vorsichtsprinzip abgeschafft werden würde – mit der Folge der Besteuerung von Scheingewinnen. Schließlich könnten viele Firmen nach solchen IFRS künftig nur noch einen Bruchteil ihres bisherigen Eigenkapitals ausweisen.

"Zudem bleibt die Frage“, sagte Schleyer, „ob die vom International Accounting Standards Board (IASB) erstellten Standards überhaupt eine demokratische Legitimation haben.“ Der ZDH unterstütze daher den Europaabgeordneten Radwan, der in seinem Bericht IFRS für KMU ablehnt. "Die Pläne für KMU-IFRS müssen wieder in der Schublade verschwinden. Stattdessen brauchen wir eine – insbesondere auch mittelstandsgerechte – Fortentwicklung der bereits bestehenden europäischen Rechnungslegungsstandards.“

 
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