Mehr als die Hälfte der Mittelständler unternimmt nichts, um die Währungsrisiken zu minimieren, hat die Einkaufsberatung für den Mittelstand, Kloepfel Consulting, in einer Umfrage herausgefunden. 56 Prozent der befragten Manager gaben an, dass sie keine Zins- und Devisenrisiken absichern.
Geschäftsführer Marc Kloepfel empfiehlt als einen wichtigen Schritt zur Absicherung, den Einkauf auch in den Raum zu verlegen, in dem ein Großteil der Produkte abgesetzt wird. Zudem sollten Firmen versuchen, ihre Waren in Euro zu verkaufen und nicht in der jeweiligen Lokalwährung, empfiehlt der Experte. Das mache selbst dann Sinn, wenn es zwei bis drei Prozent mehr kostet. Zusätzlich empfiehlt seine Beratungsgesellschaft die Absicherung über Termingeschäfte. "Die Währungsschwankungen sind im Moment so stark wie selten zuvor", sagt er. Das müsse über eine Bank abgesichert werden. "Das kostet natürlich", sagt Kloepfel. Die Kosten variieren je nach Laufzeit, Höhe und Art der Absicherung.
Paralleles Termingeschäft
Der Bochumer Fleischlieferant Fresh Food Services legt dazu mit einem Kunden einen festen Preis für die Ware fest. Allerdings besteht die Gefahr, dass durch einen unvorteilhaften Wechselkurs Geld verloren geht. Deshalb macht die Firma parallel ein Termingeschäft an den Finanzmärkten. Bei dem sogenannten Hedge wird von Fresh Food Service ein vorher festgelegter Betrag, meist in der Höhe des Warengeschäfts, in US-Dollar gekauft. Der Zeitpunkt in der Zukunft und der Kurs sind festgelegt. "An dem Tag, an dem das Termin- und das Warengeschäft aufgelöst werden, ist es eigentlich üblich, dass sich ein Plus-Minus-Null-Geschäft ergibt", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Patrick Zimmermann. Bisher sei alles gut gegangen

