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Transporter Welcher Anhänger ist für welchen Handwerksunternehmer geeignet?

Wenn der Transporter voll beladen ist, muss ein Anhänger her. Aber welcher? handwerk magazin zeigt hier die Angebotsvielfalt, und welcher Anhängertyp für welchen Zweck geeignet ist.

Themenseiten: TS Fuhrpark und TS Transporter

Muss man als Handwerker Material und Werkzeug mangels genügend Zuladungsvolumen und -gewicht des Firmenfahrzeugs auslagern, packt man es auf einen Anhänger und nimmt ihn an den Haken. Aber nun ist Handwerker nicht gleich Handwerker – je nach Zunft und Betriebsgröße stellt der Meister spezielle Anforderungen an den Transportuntersatz.

Und so gilt es, sich vor der Anschaffung eines Hängers zunächst einmal über die verschiedenen Eigenheiten, unterschiedlichen Aufbauarten und Chassis sowie die vielfältigen Angebote auf dem Markt zu informieren.

Ein- oder Mehrachser

Das beginnt beim augenfälligsten Unterscheidungskriterium der Trailer – der Anzahl der Achsen und Räder. Je nach Last kann man sich für eine oder zwei Achsen und damit zwei oder vier Räder entscheiden. Letztere werden entweder als sogenannte „Tandemachser“ oder „Drehschemel-Hänger“ angeboten. Die erste Bezeichnung steht für das Konstrukt zweier Achsen in der Mitte des Anhängers, die zweite charakterisiert jene Modelle mit deichselgeführter, lenkbarer Vorder- und mitlaufender Hinterachse (die in manchen Fällen wiederum aus zweien besteht).

Die Vorteile dieser Drehschemel-Anhänger sind beim ersten Blick auf ihre Aufbaulänge (in der Regel über acht Meter) ersichtlich: Sie kippeln nicht, lassen sich im abgekoppelten Stand daher sicher beladen und bieten reichlich Transportkapazität.

Leicht- oder Schwergewicht

Doch nicht nur das Stauvolumen zählt, sondern auch die Zuladungskapazität. Hier können die Drehschemel-Anhänger ebenfalls punkten, verteilen sie die Last doch auf den Bereich zwischen den beiden Achsen (wobei zwei Hinterachsen zulassungsrechtlich als eine zählen). Ihr Vorteil liegt zudem in der geringen Stützlast, die auf der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs lastet. Ihr großer Nachteil ist die relative Unhandlichkeit, vor allem beim Rangieren.

Reichlich Pluspunkte bei der Zuladung sammeln die klassischen Tandemachser: Die vier Räder in der Mitte verkraften rechnerisch doppelt so viel Gewicht wie nur zwei an einer Achse. Die ausgewogene Lastverteilung erhöht zudem die Fahrstabilität und reduziert die Nickneigung des Hängers sowie auch in diesem Falle die Stützlast.
Ein Handwerksbetrieb, der nicht gleich sein halbes Warenlager samt Werkzeug an den Haken nehmen muss, kommt in der Regel mit einem kompakten Einachs-Transportanhänger aus. Die Zuladungskapazität reicht bei solchen Modellen meist von 500 Kilogramm bis zu immerhin einer Tonne.

Zu den wesentlichen Vorteilen der Einachs-Anhänger zählen ihr geringes Eigengewicht, ihre handlichen Abmessungen und die damit verbundene leichte Rangierbarkeit. Sie lassen sich meist sogar einfach per Hand herumschieben. Außerdem sind sie zu einem je nach Größe und Gewicht vergleichbar günstigen Kaufpreis zu haben.

Hoch- oder Tieflader

Handwerkliche Unternehmen, die mehr oder weniger regelmäßig schweres Gerät auf dem Hänger transportieren müssen, sollten sich zudem über den Unterschied zwischen sogenannten Hoch- und Tiefladern informieren. Letztere empfehlen sich beispielsweise mit den Vorteilen eines niedrigen Schwerpunktes, einer leichteren Beladung sowie einer geringen Ladehöhe. Sie ergeben sich aus der Chassis-Konstruktion mit einer zwischen den Radkästen eingebetteten Ladefläche.

Was allerdings auch den größten Nachteil dieses Konzepts offenbart: Die damit eingeschränkt nutzbare, maximale Ladebreite. Hier hat man beim Hochlader etwas mehr Spielraum, da sich die Pritsche in dieser Querdimension über die Räder erstreckt. Nachteil dabei sind der höhere Schwerpunkt und die ebenfalls höhere Ladekante, die bei der Nutzung von kurzen Auffahrrampen einen steileren Winkel bedingen.

Offen oder geschlossen

Ob Waren, Arbeitsmaterial, Ersatzteile, Werkzeug oder sonstiges Ladegut: Wie im Kastenwagen sollte das Equipment auch auf beziehungsweise im Hänger vor Wind und Wetter, Staub und Schmutz sowie neugierigen Blicken und Langfingern geschützt sein. Alle Anhänger-Hersteller bieten dazu unterschiedlichste Lösungen an. Als einfach, preiswert und leicht gilt das klassische Konstrukt von Plane und Spriegel. Der Nachteil eines solchen Verdecks liegt in der eher umständlichen Handhabung beim Öffnen und Schließen. Eine stabilere und einbruchsichere Lösung ist der geschlossene Kunststoffaufbau mit einer nach oben oder unten (auch als Auffahrrampe) öffnenden sowie abschließbaren Heckklappe beziehungsweise einer zweigeteilten Tür mit seitlich aufschwingenden Elementen.

Die Aufbauten gibt es auch in Sandwich-Bauweise mit Innen-Isolierung sowie entsprechendem Kondenswasser-Schutz. Dazu bieten die Hersteller eigene oder in Zusammenarbeit mit Spezialfirmen konzipierte Einrichtungskomponenten als Option an, mit denen sich diese Kofferanhänger je nach Bedarf ausbauen lassen. Das geht bis zur mobilen Service-Werkstatt oder zum Kühlwagen, wie er beispielsweise im Programm von Unsinn Fahrzeugtechnik zu finden ist. Anhänger-Hersteller wie Dutch Trailers, Hubaur, VM Meyer oder eben Unsinn bieten auf Basis solcher Kofferaufbauten zudem Verkaufs- und Promotion-Hänger an – in der Regel mit Tandemachse oder als Drehschemel-Variante.

Standard oder Spezialmodell

Handwerker, die auf der Suche nach einem Anhänger für ihren Bedarf nicht im Standardprogramm der Hersteller fündig werden, sollten dort nach gängigen sowie speziellen Alternativen fragen. Oft finden sich in der Palette dann doch brauchbare Varianten wie beispielsweise Auto-Trailer mit absenkbarem Heck, über das sich auch kleine Baumaschinen oder Bagger leicht hinaufrangieren lassen.

Ebenfalls für die Baubranche geeignet sind Anhänger mit Dreiseitenkipper-Aufbau, deren Zuladungskapazität und Funktionalität jener von Klein-Lkw entsprechen: Hier wird man unter anderem bei Herstellern wie Eduard, Hapert, Humbaur oder Pongratz fündig. Branchenspezifische Lösungen wie einen Aufbau mit Teleskop-Hubarmen zur Aufnahme von Containern oder schweren Kabeltrommeln sowie maßgeschneiderte Pritschen findet man bei Unsinn oder Kröger (eine Herstellerliste gibt es bei handwerk magazin online).

Checkliste: Was Sie noch über Anhänger wissen sollten

Tempo 80 oder Tempo 100, Preise von 500 bis 6.000 Euro: Anhänger sind sehr unterschiedlich, genau wie ihre Verwendungszwecke.

Wie schnell darf ich fahren?

Wer mit einem Anhänger am Haken in Deutschland unterwegs ist, ist zunächst einmal auf ein generelles Tempo von 80 km/h beschränkt. Will man schneller fahren, ist eine Genehmigung erforderlich. Sie wird von der Kfz-Zulassungsstelle erteilt und mit einem Tempo-100-Aufkleber auf dem Anhänger dokumentiert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Zugfahrzeug muss mit ABS ausgerüstet sein.
  • Das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs darf maximal 3,5 Tonnen betragen.
  • Der Anhänger ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h geeignet (er hat eigene Bremsen und verfügt über hydraulische Stoßdämpfer).
  • Die Anhängerreifen sind für 120 km/h ausgelegt (mindestens Geschwindigkeitsindex L).
  • Die Reifen des Anhängers müssen jünger als sechs Jahre sein.

Was kosten Anhänger?

Hier einige Preisbeispiele, die handwerk magazin bei Kröger Fahrzeugbau ermittelt hat. Kröger hat nahezu alle großen Markenfabrikate im Angebot und ist einer der großen internationalen Händler.

Anhänger Gewicht Preis
Einachs-Tieflader 750 kg zul. Gesamtgewicht ca. 560 Euro
Zweiachs-Tieflader 2.000 kg zul. Gesamtgewicht ca. 1.500 Euro
Tandem-Hochlader 1.500 kg zul. Gesamtgewicht 1.750 Euro
Drehschemelanhänger 3.500 kg zul. Gesamtgewicht ca. 6.500 Euro
Autotransporter kippbar 2.000 kg zul. Gesamtgewicht ca. 2.800 Euro
Baumaschinentransporter 3.000 kg zul. Gesamtgewicht ca. 3.300 Euro
Einachs-Kofferanhänger 1.350 kg zul. Gesamtgewicht ca. 2.200 Euro
Tandem-Kühlanhänger 2.500 kg zul. Gesamtgewicht ca. 6.000 Euro



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