Wirtschaft

20.07.2010

Lehrlingsmangel: Unbeliebte und unbekannte Berufe

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) geht davon aus, dass alleine in den strukturschwachen Gebieten Ostdeutschlands mehr als tausend Auszubildende fehlen werden. Das liegt nicht nur am demografischen Wandel. Einige Berufe sind den Jugendlichen kein Begriff, andere wenig beliebt.

Bild: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks
Bäcker und Metzger: Können die Waren vor Ort in der Bäckerei und Metzgerei verzehrt werden, müssen 19 Prozent Umsatzsteuer und nicht nur sieben Prozent abgeführt werden.

Die Hitliste der beliebtesten Handwerksberufe führen seit Jahren unverändert der Kfz-Mechaniker, Friseur und der Elektroniker sowie der Maler/Lackierer an. Hier gibt es auch die meisten Lehrlinge.

Aber auch ausgefallenere Handwerksberufe wie der des Bestatters verzeichnen steigende Zahlen. Rund 180 Lehrlingsverträge werden hier jährlich bundesweit abgeschlossen. In allen Bereichen sind noch Plätze frei.

Auch für den Bau, das Elektro- und Metallgewerbe wird noch Nachwuchs gesucht. Sorgen machen sich seit einigen Jahren bereits Bäcker und Metzger, die wegen der zum Teil ungemütlichen Arbeitszeiten starke Nachwuchsprobleme haben.

Vor allem in Ostdeutschland verschärft sich derzeit der Mangel an Auszubildenden. In Nord- und Mittelthüringen waren im Juli im gewerblichen Bereich beispielsweise noch rund 600 Stellen unbesetzt, in Sachsen waren Ende Juni im Handwerk noch 450 Ausbildungsplätze vakant.

Viele Betriebe hoffen nun auf junge Arbeitskräfte aus den Nachbarländern wie Polen und Tschechien. Ab 2011 dürfen diese ohne gesetzliche Beschränkungen in Deutschland arbeiten.

Aber auch im Rhein-Main-Gebiet gibt es derzeit mehr offene Lehrstellen als Bewerber, ebenso werden in der Region um Stuttgart noch Auszubildende gesucht, wie die örtlichen Kammern unlängst mitteilten.

(ddp/sel)

 
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