Spätestens 2009 müssen sich Millionen von gesetzlich Krankenversicherten auf höhere Kassenbeiträge einstellen. Gesundheitsexperten sowie die Vorstände mehrerer Krankenkassen gehen davon aus, dass der Beitragssatz mit der Einführung des Gesundheitsfonds auf bis zu 15,5 Prozent steigen wird. Den einheitlichen Satz für das kommende Jahr will die Bundesregierung am 1. November 2008 festlegen. "Ich halte einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für das Jahr 2009 für durchaus plausibel", sagte Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der Barmer Ersatzkasse. Allein aus der Reform der ärztlichen Honorare werde sich eine Mehrbelastung von 0,25 Beitragspunkten ergeben.
"Ich halte einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für das Jahr 2009 für durchaus plausibel“, sagte Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der Barmer Ersatzkasse. Allein aus der Reform der ärztlichen Honorare werde sich eine Mehrbelastung von 0,25 Beitragspunkten ergeben.
Der Vorsitzende der Kaufmännische Krankenkasse, Ingo Kailuweit, sagte: "Aus heutiger Sicht ist ein Beitragssatz für 2009 von 15,5 Prozent realistisch.“ Er begründete seine Einschätzung mit weiterhin hohen Ausgaben für die Krankenkassen. Der ab 2009 bestehende Gesundheitsfonds löse die Ausgabenprobleme der Kassen nicht.
Die Kassenchefs bestätigten in der Tendenz eine Studie des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik. Diese hatte prognostiziert, dass der Beitragssatz mit Einführung des Gesundheitsfonds gegenüber dem derzeit gültigen Wert um 0,7 Punkte auf 15,5 Prozent steigen werde. Nach der Studie könnten bis zu 90 Prozent aller Beitragszahler betroffen sein - 44 Millionen Menschen.
Auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet wegen des Gesundheitsfonds mit steigenden Beitragssätzen und damit zusätzlichen Kosten für die Unternehmen. Nach Schätzungen des IW-Arbeitsmarktexperten Holger Schäfer wären bei einem Anstieg des Beitragssatzes auf 15,5 Prozent ab 2009 "mehrere Zehntausend Jobs“ in Gefahr.
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