Die Mittelstandsbeauftragte der Grünen-Bundestagsfraktion, Christine Scheel, kritisiert die anhaltende zögerliche Kreditvergabe der Banken.
Kleine und mittelständische Firmen hätten die größten Probleme an Kredite zu kommen, so Scheel. Großunternehmen würden sich meist direkt an den Deutschlandfonds der Bundesregierung wenden. Deshalb sei es gut, dass die staatseigene KfW-Bank noch einmal ein Sonderprogramm aufgelegt habe: "93 Prozent derjenigen, die darauf zurückgegriffen haben, sind Mittelständler", sagte Scheel der "Passauer Neuen Presse".
Die Banken urteilten oft viel zu pauschal über Unternehmen. "Jede Firma aus dem Bereich Automobilzulieferung gilt beispielsweise als risikobehaftet und hat es schwer, an Geld zu kommen", kritisierte Scheel. Es sei Aufgabe der Banken vor Ort, Firmen nicht einfach als riskant einzustufen, weil sie zu einer Krisenbranche gehören. Jedes einzelne Unternehmen müsse man sich genau anschauen.
Die Sparkassen hätten im Jahr 2009 gut verdient, sagte Scheel. "Deshalb sind sie jetzt gefordert, Betriebsmittelkredite bereitzustellen." In vielen Firmen seien die Lager leergeräumt, das Eigenkapital verbraucht. Diese Unternehmen benötigten dringend Kredite, um ihre Bestände aufzufüllen, um neue Aufträge zu bekommen.
(ddp/sel)
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