Fahrzeug

07.02.2008
Techniktücken

Kein Klimaschutz ohne Kompromisse

Die aktuell angebotenen alternative Antriebe haben laut ADAC alle noch ihre Tücken.

Der Hybrid Lexus RX 400 h auf der IAA 2007. Foto: ddp

Wer beim Autofahren ausschließlich auf den CO2-Ausstoß sieht, kommt zurzeit nicht am Vollhybridantrieb vorbei. Unter Kostenaspekten ist allerdings Erdgas am günstigsten. Generell müssen je nach Konzept aber auch beträchtliche Einschränkungen in Komfort, Leistung und Reichweite in Kauf genommen werden, kritisiert der Autoclub in München.

Der ADAC untersuchte die alternativen Kraftstoffe Erdgas, Autogas und Ethanol sowie die innovativen Antriebskonzepte Mild- und Vollhybrid auf Alltagstauglichkeit, Umweltverhalten und Kosten. Als Referenzmodell für konventionelle Autotechnik ging ein sauberer Diesel an den Start.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern Superbenzin pro 100 Kilometer und
119 Gramm Kohlendioxid-Emission pro Kilometer war der Toyota Prius mit Vollhybridantrieb Bester im Test bei der CO2-Effizienz. Dass auch ein konventionelles Automobil vergleichsweise wenig Schadstoffe produzieren kann, bewies der Skoda Octavia mit Diesel-Motor. Er erreichte den zweiten Platz und lag damit vor dem Honda Civic mit Mild Hybrid (Platz 3) und VW Touran mit Erdgasantrieb (Platz 4).

Beim direkt gemessenen CO2-Ausstoß brachten weder der Subaru Outback mit Flüssiggasantrieb noch der Ethanol-getriebene Ford Focus eine Verbesserung. Theoretisch bieten diese Kraftstoffe einen CO2-Vorteil bei der Verbrennung. "Allerdings steigt der Verbrauch bei beiden Alternativen in der Praxis soweit an, dass der Vorteil wieder egalisiert wird“, erklärt ein ADAC-Fachmann.

In der Kostenbilanz setzte sich der EcoFuel-Touran klar an die Spitze. Er profitiert von seinem moderaten Verbrauch und dem günstigen Erdgas-Preis. Der "CO2-Meister“ Prius kommt auf Grund seiner Gesamtbetriebskosten nur auf einen dritten Platz und muss sich damit trotz eines geringeren Verbrauchs dem Honda Civic geschlagen geben. Im Ethanolbetrieb reicht es für den Ford Focus zu Platz 4. Damit ist er günstiger als der Skoda Octavia, dem seine hohen Gesamtbetriebskosten eine bessere Platzierung vereiteln. Das Schlusslicht bildet wie bei den CO2-Werten der Subaru.

Laut ADAC zeigt der Test, dass es schon heute Alternativen zu konventionellen Dieseln und Benzinern gibt. Allerdings haben alle Systeme auch Nachteile. So sei das Tankstellennetz für Ethanol noch sehr dünn. Auch die Versorgung mit Erdgas weise noch Lücken auf. Der Hybridantrieb könne seine Vorteile nur in der Stadt ausspielen. Bei Überland- und Autobahnfahrt hingegen gehe sein Verbrauch in die Höhe.

 

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