Junioren im Handwerk
10.08.2010
Junioren des Handwerks Hohenlohe
"Kein Abschluss ohne Anschluss"
50 Jahre Junioren des Handwerks: Minister Hauck spricht auf der Haller Comburg. Gleichzeitig mit dem Landeskongress feierten die Junioren des Handwerks Hohenlohe ihr 50-jähriges Bestehen auf der Comburg. Festredner war Peter Hauck, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag.
Jochen Schwenger (rechts) ehrt die "Männer der ersten Stunde", die seit 50 Jahren den Junioren des Handwerks angehören: von links Friedrich Drechsler, Hermann Gramm, Hans-Dieter Steinacker, Fritz Eberlein (Vereinsgründer) und Otto Wildermann.
Foto: Margitta Schmidt
"Sie sind am Puls der Zeit", lobte Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Schon früh hätten die Junioren Seminare zu Themen wie Betriebsnachfolge und Führungsqualitäten angesetzt. Knapp 500 Lehrverträge wurden für das beginnende Ausbildungsjahr abgeschlossen, und es gebe noch 200 freie Stellen, sagte Bopp.
Wie sicher ist der Wirtschaftsstandort Baden- Württemberg? Um diese Frage drehte sich der Festvortrag von Peter Hauck im Adelmannsbau der Comburg. Gegründet wurden die Junioren des Handwerks (JdH) Hohenlohe in einer Zeit der nationalen Marktwirtschaft. Heute, nach 50 Jahren, hat die Globalisierung weltweite Verflechtungen der Märkte zur Folge - mit steigender Tendenz. Die einheitliche europäische Währung bringe Stabilität und Stärke. Hauck erinnerte an die Jahre 94/95: "Da hat Deutschland in Brüssel um die Lockerung der Stabilitätskriterien gebettelt. Das holt uns heute ein." Überreaktionen seien dennoch nicht angebracht, entspreche doch der griechische Haushalt etwa dem von Hessen.
Aufgabe der Politik müsse sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein Wirtschaftswachstum ermöglichen. In diesem Zusammenhang wies der Fraktionsvorsitzende auf das Konjunkturpaket in Höhe von zwei Milliarden Euro hin, die auch dem Handwerk zur Stabilität verholfen hätten. Wichtig sei nun, die Betriebskosten zu senken und den Mittelstand zu festigen. Am Beispiel der Krankenversicherung forderte er mehr Wettbewerb und höhere Eigenverantwortung.
Vorrangiges Ziel sei die gute Ausbildung des Nachwuchses. "Auch wenn nur zwei Prozent der Jugendlichen Schulabbrecher sind, kommen wir trotzdem auf eine Zahl von 7000. Auf die werden wir in Zukunft auf Grund der demographischen Situation nicht verzichten können", appellierte der Redner. Die Kooperation mit den Schulen sei ein Anspruch an die nächsten Jahre: "Die Schulen müssen sich in Richtung Wirtschaft öffnen." Andererseits müsse das Handwerk Berufseinsteigern Perspektiven öffnen: "Kein Abschluss ohne Anschluss." Beifall spendeten die Gäste der Forderung, den "Meister" als Qualifizierung einem Hochschulabschluss gleichzusetzen.
Im Anschluss an die Festreden ehrte Jochen Schwenger, Vorsitzender der JdH Hohenlohe, verdiente Mitglieder. Ein umfangreiches Festprogramm mit Gestaltung eines Gedenksteins schloss sich dem offiziellen Teil an.
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