08.03.2016 | ck

Deutsche Führungsetagen: Nur 29 % Frauenanteil

Laut Statistischem Bundesamt sind nach wie vor nur 29 Prozent der Führungspositionen in Deutschland von Frauen besetzt. Damit liegt Deutschland im unteren Drittel aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Bild: © fotogestoeber - Fotolia.com
Nach wie vor ist der Anteil von Frauen in deutschen Führungsetagen relativ niedrig.

Im EU-Durchschnitt war in Führungsetagen rund jede dritte Person eine Frau (33 %). Lettland war mit einem Frauenanteil in Führungspositionen von 44 % EU-Spitzenreiter. In Ungarn (40 %), Polen und Litauen (jeweils 39 %) gab es ebenfalls relativ hohe Quoten. Schlusslicht war Zypern mit lediglich 17 %.

In Deutschland hatten 7 % der weiblichen Führungskräfte einen relativ niedrigen Bildungsabschluss (zum Beispiel Realschulabschluss). Der überwiegende Teil besaß jedoch einen mittleren Bildungsabschluss (48 %, zum Beispiel Abitur) oder einen höheren Bildungsabschluss (45 %, zum Beispiel ein abgeschlossenes Hochschulstudium).

Nachholbedarf in der Baubranche

Den niedrigsten Frauenanteil in Leitungspositionen hatte die Baubranche mit 13 %, den höchsten der Bereich Erziehung und Unterricht (62 %). Diese Quoten entsprachen in etwa den jeweiligen Frauenanteilen der betreffenden Branchen (13 % beziehungsweise 70 %).

Zu den Führungspositionen nach der internationalen Standardklassifikation der Berufe (ISCO) zählen Vorstände und Geschäftsführer/-innen sowie Führungskräfte in Handel, Produktion und Dienstleistungen.

Noch weniger in börsennotierten Unternehmen

Wie die Hans-Böckler-Stiftung mitteilt, sind Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter deutscher Unternehmen mit 22 Prozent weiter deutlich in der Minderheit. Immerhin hat sich dieser Anteil im Laufe eines Jahrzehnts aber gut verdoppelt. Neben regulatorischen und gesetzgeberischen Maßnahmen, die auf eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Unternehmensspitze zielen, wirkt auch die Arbeitnehmermitbestimmung als Schrittmacher: In mitbestimmten Aufsichtsräten ist der Frauenanteil rund zehn Prozentpunkte höher als in Gremien, in denen nur Vertreter der Anteilseigner sitzen.

 
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