17.12.2014 |

Gehalt: Das verdienen GmbH-Geschäftsführer im Handwerk

GmbH-Chefs aus dem Handwerk verdienen laut einer aktuellen Gehaltsstudie rund 8000 Euro mehr als im Vorjahr. Gut zu wissen: An dem Gehaltsreport orientiert sich auch das Finanzamt. Vergleichen Sie Ihr Gehalt mit dem Ihrer Branchenkollegen - inklusive Rücklick auf die Gehaltsentwicklung seit 2007.

Bild: MAST/Fotolia.com
Das Gehalt von GmbH-Chefs im Handwerk ist abhängig von den einzelnen Branchen.

Zu hohes Festgehalt, zu viel Tantieme, zu teurer Firmenwagen: Wenn Gesellschafter-Geschäftsführer mehr als in ihrer Branche üblich verdienen, geht das Finanzamt schnell von einer sogenannten verdeckten Gewinnausschüttung aus. Die Folge sind hohe Steuernachzahlungen. Hintergrund: Auch GmbH-Chefs, die sowohl die Zügel bei der Unternehmensführung in der Hand halten als auch Kapitalanteile an ihr besitzen, sind Angestellte der Gesellschaft. Ihre Geschäftsführerbezüge setzen sie als Betriebsausgaben ab. Genehmigen sie sich ein hohes Salär, mindern sie damit kräftig die Körperschaft- und Gewerbesteuer. Das Finanzamt zeigt sich hier deshalb besonders kritisch. Das Problem: „Wenn Unternehmer nicht aufpassen, kann die nächste Betriebsprüfung mit einem hohen Risiko verbunden sein“, warnt Erwin Reichholf, Steuerberater der Beratungsgesellschaft Ecovis in Augsburg. Deshalb überprüfen betroffene Firmenchefs am besten jährlich ihre gesamten Bezüge.

Unter die Lupe nehmen die Prüfer regelmäßig nicht nur das Festgehalt, sondern die Gesamtvergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführers. Dazu zählen auch Tantiemen, Versorgungszusagen und andere Nebenleistungen wie die private Nutzung des Firmenwagens. Die Prüfer stützen sich bei der Bewertung der akzeptablen Höhe oft auf die Studie des Verlagshauses BBE media in Neuwied. Seit kurzem liegt eine neue BBE-Studie vor (siehe dazu „Wie viel GmbH-Chefs derzeit verdienen“, unten).

Benchmark für Steuerprüfer

„Unsere Daten sind in der Finanzverwaltung anerkannt. Sie kommen bei Betriebsprüfungen häufig zum Einsatz“, sagt Peter Rath, Steuerju- rist und Leiter der Studie. Wiebke Girolstein vom Landesamt für Steuern (LfSt) in Koblenz erklärt: „Bestehen im Verlauf einer Betriebsprüfung Zweifel, ob möglicherweise eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt, wird die BBE-Studie als ein Ansatzpunkt zur Prüfung der Angemessenheit des Geschäftsführergehalts herangezogen.“ Das berichtet sie aus den Erfahrungen der Fachgruppe Außendienste. „Die Studie wird häufig im Rahmen von Betriebsprüfungen von unseren Finanzämtern bei uns angefragt“, so Girolstein. Aus gutem Grund: Denn die Gerichte haben sie dafür zugelassen. „Die besondere Bedeutung der BBE-Studie für die Praxis zeigen die Hinweise mehrerer Steuerberater, dass unsere Zahlen den Steuerprüfer letztlich überzeugt haben und der Vorwurf einer verdeckten Gewinnausschüttung damit ganz vom Tisch war“, so Rath. Anlass genug also für GmbH-Chefs, die aktuellen Zahlen unter die Lupe zu nehmen.

Rund 3200 GmbH-Geschäftsführer oder deren Steuerberater haben sich in diesem Jahr beteiligt. Erfreuliches Ergebnis: „In fast allen Wirtschaftszweigen gab es deutliche Steigerungen der GmbH-Chefgehälter gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, kommentiert Experte Rath. Im Schnitt betrug das Jahresfestgehalt im Handwerk 111 089 Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 102 868 Euro. Die Industrie liegt mit 151 054 Euro vorn, gefolgt vom Großhandel mit immerhin 148 029 Euro.

Entwicklung der GmbH-Chefgehälter im Überblick

Wir haben die Werte für Festgehalt und Tantieme in den einzelnen Handwerksbranchen hier zusammengestellt und zeigen Ihnen, wie sich die GmbH-Gehälter im Handwerk seit 2007 entwickelt haben:

 
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