Mitarbeitermotivation
05.02.2016 | Kerstin Meier

Heimarbeit: Deutsche Chefs verschenken Potenzial

Jeder dritte Arbeitnehmer würde gerne von zu Hause aus arbeiten, aber nur gut jeder Zehnte darf das auch: Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, klaffen Wunsch und Wirklichkeit in Deutschland extrem auseinander. Schuld daran sind vor allem die Chefs, die Leistung noch immer nach Anwesenheit bemessen.

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Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com
Wer zu Hause arbeiten darf schreibt nicht jede Überstunde auf und ist zufriedener, das zeigt eine aktuelle Studie der DIW-Forscher.

Insgesamt 40 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland eignen sich nach den Erkenntnissen von DIW-Arbeitsmarktforscher Karl Brenke für Heimarbeit, derzeit genutzt wird diese Möglichkeit jedoch erst von zwölf Prozent. „Das Potential“, so Brenke, „das in der Heimarbeit liegt, wird in Deutschland nicht ausgeschöpft, weil viele Personalverantwortliche offenbar immer noch starr an der Präsenzpflicht festhalten“. Deutschland liegt laut DIW-Studie deshalb beim Anteil der Heimarbeiter unter dem EU-Durchschnitt und ist deutlich hinter andere Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich oder die skandinavischen Länder zurückgefallen, wo der Anteil der Heimarbeiter wächst.

Nicht jede Überstunde wird aufgeschrieben

Welches Potenzial die deutschen Arbeitgeber damit in Zeiten von Nachwuchs- und Fachkräftemangel verschenken zeigt ein Blick auf die Arbeitsgestaltung der Heimarbeiter: Diese arbeiten unabhängig von der getroffenen Arbeitszeitvereinbarung mit durchschnittlich knapp 46 Wochenstunden nämlich vergleichsweise lange, wobei die meisten Überstunden nur teilweise oder auch gar nicht durch Lohn oder Freizeit kompensiert werden.

Heimarbeiter sind zufriedener

Trotzdem sind Beschäftigte, die von zu Hause aus arbeiten, mit ihrer Arbeit etwas zufriedener als ihre Kollegen. Auffällig ist, dass die Arbeitszufriedenheit am geringsten bei jenen ist, die gerne zu Hause arbeiten möchten und zur Präsenz am Arbeitsplatz verpflichtet sind, obwohl sie der Meinung sind, dass ihre Tätigkeit auch zu Hause ausgeübt werden könnte. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt keine entscheidende Rolle bei der Heimarbeit, denn unter Alleinlebenden gibt es genauso viele Heimarbeiter wie unter Alleinerziehenden und sogar noch mehr als unter Familien mit Kindern.

 
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