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18.07.2008
Mobiltelefone

Handys ersetzen Festnetzanschlüsse

Das Handy ersetzt in Europa zunehmend den Festnetzanschluss.

Grafik: Bitkom

Rund 24 Prozent aller Haushalte in den EU-Ländern hatten vergangenes Jahr ausschließlich einen Mobilfunkanschluss, teilt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin mit. Spitzenreiter ist Tschechien. Dort wird in 64 Prozent der Haushalte ausnahmslos mit dem Handy telefoniert. Es folgen Finnland mit einem Anteil von 61 Prozent der Haushalte und Litauen mit 53 Prozent.

In Deutschland nutzen dagegen weiterhin viele Menschen auch das Festnetz. Nur 11 Prozent der Haushalte telefonieren ausschließlich mit dem Handy, so der Branchenverband. Damit liegt Deutschland am unteren Ende der EU-Rangliste. „In vielen Ländern ist das Mobiltelefon heute das wichtigste Kommunikationsmittel“, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Besonders hoch ist der Anteil der Nur-Handy-Haushalte in den osteuropäischen Ländern. Ein Grund dafür ist der im Vergleich zu Westeuropa schlechtere Ausbau des Festnetzes. In Tschechien hatten nach neuesten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat im Jahr 2007 lediglich 31 Prozent der Haushalte einen Festnetzanschluss, in Ungarn 42 Prozent und in Polen 62 Prozent.

Zum Vergleich: In Deutschland haben 83 Prozent der Haushalte ein Festnetztelefon. Viele Deutsche haben auch deshalb einen Festnetzanschluss, weil der häufig mit einer schnellen DSL-Leitung kombiniert ist. Trotzdem schwindet das Festnetz auch in Deutschland. Vergangenes Jahr wurden 3,4 Prozent weniger Festnetzgespräche geführt als 2006. Das ist zwar nicht viel, aber gleichzeitig stiegen die Telefonate mit dem Handy im gleichen Zeitraum um 20 Prozent auf 68 Milliarden Minuten.

Text: ang

 
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