Wirtschaft

04.02.2010

Handwerk verbucht mehr Aufträge und Umsatz

Das Handwerk blieb im Schlussquartal 2009 auf einem moderaten Erholungskurs, nachdem zur Jahresmitte der Tiefpunkt überwunden wurde. Besonders die staatlichen Fördermaßnahmen wirkten konjunkturstimulierend. Der Geschäftsklimaindex stieg mit 71 Punkten erstmals seit Rezessionsbeginn wieder über das Vorjahresniveau (68 Punkte). Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ) unter 8.000 Handwerksbetrieben.

Der Trend im Handwerk zeigt nach oben. Bild:ddp

Während die Beschäftigung aus saisonalen Gründen im Vergleich zum Winter 2008 etwas rückläufig war (- 2 Prozent), verspürten die Handwerksbetriebe beim Auftragseingang eine gewisse Bodenbildung. In erster Linie hatte die Maschinenbaubranche unter den Folgen der Konjunkturkrise zu leiden.

Im Bausektor wurden die rückläufigen gewerblichen Bauaufträge durch die Aufwärtsentwicklung im öffentlichen Bau und die verbesserte Lohnungsbaunachfrage zum Teil kompensiert.

Die Umsatztätigkeit hat gegenüber dem Vorquartal vorwiegend aus saisonalen Gründen an Tempo gewonnen. Außerdem haben sich die konjunkturellen Bremskräfte gegen Jahresende abgeschwächt.

Ebenso leicht gestiegen ist die Investitionsneigung der Betriebsinhaber. Sie ist aber weiterhin von Zurückhaltung geprägt, ein Großteil der Unternehmen hat eher vorsichtig in Fahrzeuge, Maschinen und Bauten investiert.

Zuversichtlich ins Frühjahr 2010

Für die ersten Monate 2010 äußerten die befragten Handwerksbetriebe zuversichtliche Geschäftserwartungen. Gut zwei Drittel der Firmen gehen in der DHZ-Konjunkturumfrage von einer guten oder befriedigenden wirtschaftlichen Entwicklung aus.

Ein selbsttragender, stabiler Aufschwung ist zwar nicht in Sicht, der konjunkturelle Erholungsprozess setzt sich jedoch langsam fort. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres erwarten die Handwerker für die ersten Monate 2010 einen deutlichen Umsatzanstieg.

Deutlich negative Erwartungen äußern nur die Kfz-Betriebe, da die Abwrackprämie wegfällt und deshalb viele Autokäufe vorgezogen wurden.

Geschäftslage im Mittelstand hat sich insgesamt verbessert

Die Umfrage der Deutschen Handwerks Zeitung spiegelt die Grundstimmung des deutschen Mittelstandes wider. Das geht aus der Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor.

Der Anteil der Befragten, die eine Verbesserung ihrer Geschäftslage erwarten, ist im Vergleich zum Juni des vergangenen Jahres von 29 auf 38 Prozent gestiegen. Eine Verschlechterung der eigenen Lage erwarteten hingegen nur noch 11 Prozent.

Auch die Konjunkturerwartungen haben sich verbessert: 48 Prozent der Unternehmer erwarteten eine Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland, gegenüber 32 Prozent im Juni 2009.

Die Mehrheit der Unternehmen ist der Umfrage zufolge trotz der schlechten Wirtschaftslage derzeit in einer relativ stabilen Verfassung.

Knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) sei in einem sehr stabilen Zustand, weitere 63 Prozent bezeichneten die eigene Situation als "eher stabil".

Acht Prozent seien nach eigener Auskunft derzeit in einer kritischen Lage – im Juni 2009 habe der Anteil nochbei 12 Prozent gelegen.

Die Studie wird halbjährlich durchgeführt, ihr liegt eine Umfrage unter 3.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland zugrunde, die im Dezember 2009 durchgeführt wurde.

Quellen: deutsche-handwerks-zeitung.de (Andreas Bücherl, Lothar Semper), ddp, ree


 
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