Das Handwerk steht in den nächsten Jahren vor grundlegenden Herausforderungen: Um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und die Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu sichern, müssten ungenutzte Potenziale von Frauen in den Blick genommen werden, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Fachtagung "Gründerinnen im Handwerk: Potenziale erkennen - Zukunft sichern" widmet sich dieser Thematik.
"Gründerinnen im Handwerk", ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Forschungsprojekt der Fachhochschule des Mittelstands, stellte bundesweit erstmalig Ergebnisse zum Gründungsverhalten von Frauen im Handwerk vor. Vor über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern referierten im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie führende Experten aus den Bereichen Handwerk, Frauenförderung und Gründungsforschung über die Situation von Frauen im Handwerk.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Ernst Burgbacher: "Gründungen sind Motor für Wachstum und Beschäftigung. Gerade im Handwerk werden durch Gründungen wichtige Impulse für Wettbewerb und Strukturwandel gegeben. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur betrieblichen Nachfolge."
Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, unterstrich die Bedeutung des Projekts: "Existenzgründerinnen im Handwerk sind Rollenvorbilder und motivieren andere Frauen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Die Wirtschaft benötigt innovative Unternehmen. Mit dem Meister-Bafög erhalten Frauen Chancen für diese berufliche Weiterentwicklung." Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks betonte dagegen: "Unsere Berater in der Handwerksorganisation sind eine wichtige Anlaufstelle für Gründungswillige. Sie unterstützen Frauen gezielt beim Schritt in die Selbständigkeit. Das Forschungsprojekt 'Gründerinnen im Handwerk' hilft uns dieses Serviceangebot der Handwerkskammern und Fachverbände weiter zu optimieren."
Die Fachhochschule des Mittelstands untersuchte im Rahmen des Forschungsprojekts die Situation von Gründerinnen im Handwerk. Im Mittelpunkt standen sowohl Befragungen von Gründerinnen als auch von Gründungsberaterinnen und -beratern.
Wichtige Ergebnisse: Bei der Selbständigkeit von Frauen dominieren frauentypische Berufe wie das Friseurhandwerk oder der Bereich Kosmetik. Als größte Herausforderungen beurteilen die befragten Gründerinnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Kreditbewilligung.
Die Studie belegt, dass Gründerinnen einen umfassenden Beratungsbedarf haben: Die überwiegende Mehrheit wünscht sich eine Beratung, die bereits in der Orientierungsphase beginnt und auch nach der Gründung fortgesetzt wird.
Die weitere Befragung der Beraterinnen und Berater der Handwerkskammern ergab, dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Beratungsgespräch gibt. Als Hindernis für die Selbständigkeit sehen die Beraterinnen und Berater das Image des Handwerks als "Männerdomäne" und die körperlichen Anforderungen.
Der aktuelle Gründungsanteil der Frauen im Handwerk beträgt 24 Prozent. Um diesen zu steigern, "müssen Unternehmerinnen im Handwerk mehr in das öffentliche Interesse gerückt und die Qualität der Gründungsberatung für diese spezielle Zielgruppe nachhaltig gesteigert werden", so Astrid Kruse.
Weitere Informationen sind online unter www.gruenderinnen-im-handwerk.de verfügbar.
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