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Gesundheitsmanagement: Fit für den Arbeitsalltag

Für viele Betriebe in Deutschland ist es selbstverständlich, sich intensiv um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu kümmern. Das kostet zwar Geld, ist aber für das Unternehmen eine rentable Investition.

Themenseite: Arbeitsschutz und Gesundheit

Viele Arbeitgeber wissen, dass gesunde Mitarbeiter Kosten einsparen und die Produktivität für die Firma erhöhen (siehe handwerk magazin 02/16). Zu diesem Zweck investieren die Unternehmen enorme Summen: Gaben die Betriebe im Jahr 2000 erst rund 700 Millionen Euro für Prävention und Gesundheitsschutz aus, so waren es 2013 schon 935 Millionen Euro, berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Was ist gutes betriebliches Gesundheitsmanagement?

Das im Jahr 1996 gegründete Europäische Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung hat dazu sechs Qualitätskriterien aufgestellt. Demnach soll betriebliche Gesundheitsförderung:

  • als Führungsaufgabe wahrgenommen werden. Dazu gehören vor allem die Einbindung der Führungskräfte, die Integration des Gesundheitsmanagements in die Unternehmenspolitik sowie ausreichende finanzielle und materielle Ressourcen;
  • die Mitarbeiter möglichst weitgehend an der Planung und Durchführung beteiligen;
  • auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis beruhen;
  • auf sorgfältigen Analysen basieren und kontinuierlich verbessert werden;
  • professionell und dauerhaft betrieben werden. Dazu gehört eine kontinuierliche Information aller Beteiligten;
  • anhand ausgewählter Indikatoren bewertet und der Erfolg gemessen werden.

Was setzen die Betriebe im betrieblichen Gesundheitsmanagement bereits um?

Von allen Unternehmen, die mindestens eine Maßnahme zum betrieblichen Gesundheitsmanagement anbieten, binden jeweils rund 40 Prozent ihre Führungskräfte ein und informieren die Mitarbeiter regelmäßig über entsprechende Vorhaben, berichtet das IW.

Von den Großunternehmen informieren sogar mehr als drei Viertel ihre Beschäftigten über das betriebliche Gesundheitsmanagement, im Mittelstand liegt die Quote immerhin bei fast 60 Prozent.

Wie halten Betriebe ihre Mitarbeiter konkret fit?

Bleibt die Frage, was die Betriebe konkret tun, um ihre Mitarbeiter möglichst fit zu halten. Jeweils fast 60 Prozent der Unternehmen sorgen für verbesserte Arbeitsabläufe und gestalten die Arbeitsplätze nach ergonomischen Kriterien – das waren nach Aussage des IW die beiden am häufigsten genannten Maßnahmen.

Bei den Instrumenten des betrieblichen Gesundheitsmanagements fällt allerdings auf, dass sogenannte Gesundheitszirkel noch wenig verbreitet sind: Sie werden nur in knapp 4 Prozent aller Unternehmen eingesetzt, und auch Großunternehmen kommen lediglich auf eine Quote von weniger als 30 Prozent.

Was sind Gesundheitszirkel?

Sinn und Zweck dieser Zirkel ist es, die Erfahrungen jener Menschen zu nutzen, die meist am besten wissen, wie das Gesundheitsmanagement in dem jeweiligen Unternehmen vielleicht noch verbessert werden kann – das sind die Mitarbeiter.

Tatsächlich sind gut organisierte Gesundheitszirkel sowohl für das Unternehmen als auch für die Beschäftigten sehr effektiv und effizient. Im Idealfall bündeln sie das Erfahrungswissen von Beschäftigten, Führungskräften und Arbeitsmedizinern, um Personal- und Organisationsstrategien zu entwickeln und zu verbessern.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen fördern das Gesundheitsmanagement in den Betrieben: Ab 2016 steigen die jährlichen Präventionsausgaben der Krankenkassen pro Versicherten von rund drei Euro auf sieben Euro – mindestens zwei Euro davon sollen in die betriebliche Gesundheitsförderung investiert werden, so das IW.

Tipp: Weitere Infos zum Thema betriebliches Gesundheitsmanagement finden Sie auf unserer Themenseite Arbeitsschutz und Gesundheit.

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