31.10.2011

Gesundheitshandwerke fordern weniger Wettbewerbsverzerrung

Die Vorschläge der kleinen und mittleren Betriebe aus den Gesundheitshandwerken verdienen eine Berücksichtigung in der Gesundheitspolitik. Darüber sind sich die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Verbände der Gesundheitshandwerke sowie Vertreter des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks mit dem Bundesgesundheitsministerium einig.

Zum Beispiel soll mit dem „GKV-Versorgungsstrukturgesetz“ Vertragsärzten untersagt werden, Einkünfte durch die Zuweisung ihrer Patienten an bestimmte Leistungserbringer zu erzielen.

Die Verbände regen ähnliche Klarstellungen für die Zahnärzte an, berichtet der Zentralberband des Deutschen Handwerks (ZDH). Hier werde der Wettbewerb ausgehebelt, wenn Zahnersatz in Praxislaboren über den eigenen Praxisbedarf hinaus hergestellt wird, oder in Laboren mit anderen Rechtskonstruktionen und in Kooperationen vom freien Zahnarzt für wirtschaftliche Vorteilsnahme genutzt werde, so der ZDH weiter.

Die Gesundheitshandwerke fordern weiterhin den Erhalt kollektivvertraglicher Strukturen. Wenn das allgemeine Wettbewerbsrecht bei den Kollektivverträgen im Arzneimittelbereich keine Anwendung findet, muss das konsequenterweise auch für die Leistungserbringer untereinander gelten. Die kleinen und mittleren Handwerksbetriebe müssen sich für Vertragsverhandlungen abstimmen können, um auf Augenhöhe gegenüber anderen Akteuren im Gesundheitswesen agieren zu können, zum Beispiel den Krankenkassen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sehen die Gesundheitshandwerke perspektivisch in vom Ärztemangel bedrohten ländlichen Regionen neue Aufgaben durch die Delegation ärztlicher Tätigkeiten. Sie gewährleisten heute schon eine flächendeckende wohnortnahe Versorgung für die Gesundheit der Menschen und sind ein struktur- und regionalpolitischer Stabilitätsfaktor. Die Zahlen sprechen für sich: Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädie-Schuhtechniker, Orthopädie-Techniker und Zahntechniker sichern die qualifizierte Beschäftigung von rund 180.000 Menschen und bilden überdurchschnittlich aus.


 
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