19.02.2016 | Kerstin Meier

Flüchtlingshilfe: Handwerker will mit Fischkutter Menschenleben retten

Als im April 2015 binnen weniger Tage mehr als 1400 Flüchtlinge im östlichen Mittelmeer ertranken, war für Michael Buschheuer klar: einfach nur zuschauen geht nicht mehr. Am 22. Februar sticht er mit einem alten Fischkutter in See, um Flüchtlinge vor der libyschen Küste zu retten.

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Bild: Sea Eye
Der Regensburger Handwerker Michael Buschheuer sticht am 22. Februar in See, um Flüchtlinge zu retten.

Zeit und Geld hat Michael Buschheuer als Inhaber von „Buschheuer Bau- und Korrosionsschutz“ in Regensburg nicht für eine solche Mission. Doch das ist dem 38-jährigen Vollblutunternehmer egal: „Es geht darum, mit welchem Gefühl ich weiterleben will.“ Zusammen mit Freunden gründete er den Verein „Sea Eye“, im Oktober 2015 kaufte die Gruppe in Rostock einen alten Fischkutter. Die vormalige „Sternhai“ wurde neu lackiert, Elektro- und Funk modernisiert und auf den Namen der Initiative „Sea Eye“ umgetauft.

Hoffnung auf Finanzierung durch Spenden

Die Arbeit in der Werft, die 700 Schwimmwesten, der Sprit für die Überfahrt sowie die aufblasbaren Rettungsinsel – bis zu 250000 Euro könnte die Mission nach Buschheuers Schätzungen durchaus kosten. Doch er will nicht warten, bis der Verein das Geld beisammen hat, sondern sticht am 22. Februar von Rostock aus in See. Und hofft gemeinsam mit der achtköpfigen Crew, dass während der Mission genug Spenden eingehen, um das Projekt durchzuziehen.

Schiffbrüchige vor dem Ertrinken bewahren

Geplant ist, dass eine Crew – ein gemischtes Team aus Seeleuten und nautischen Laien - jeweils zehn Tage an Bord ist, dann wird gewechselt. Auch Initiator Buschheuer wird zwischendurch wieder nach Regensburg fahren, um sich um Firma und Familie zu kümmern. Auf der Homepage des Projekt können sich auch Nicht-Seeleute als Crewmitglied bewerbe. Je mehr Freiwillige und Spenden es gibt, desto länger kann die Mission laufen. Ziel ist die Küste vor Libyen, weil dort die EU-Grenzagentur Frontex nicht patrouilliert. Die Sey Eye will vor allem Schiffbrüchige aufspüren und solange sichern, bis die Küstenwache zur Rettung eintrifft.

Sie wollen das Projekt unterstützen? Zur Spendenseite geht es unter http://sea-eye.org/spenden/

Sie wollen sich als Crewmitglied bewerben? Infos unter http://sea-eye.org/crew/

 
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