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Fliesenleger: Jede Menge Kleinstbetriebe

Kaum qualifiziertes Personal, ­dafür jede Menge Kleinstbetriebe. Der Wegfall der Meisterpflicht hat der Branche geschadet.

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Die Branche

Die zulassungsfreien Gewerke Fliesen-, Platten- und Mosaikleger zählen zum Ausbaugewerbe.  Die Zahl der Fliesenlegerbetriebe hat sich seit dem Wegfall der Meisterpflicht mehr als verfünffacht. Waren im Jahr 2004 in Deutschland etwa 12 000 Fliesenlegerbetriebe eingetragen, waren es im Dezember 2012 über 68 000. Vor Inkrafttreten der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 lag die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen im Fliesenlegerhandwerk konstant bei etwa 550 pro Jahr, mittlerweile sind es nur noch knapp 100 Meisterprüfungen. Auch die Ausbildungsleistung hat um mehr als die Hälfte abgenommen.

Der Betriebsvergleich

Die Fliesenleger erzielten laut Betriebsvergleich der Landes-Gewerbeförderungsstelle des NRW-Handwerks 2011 nach Abzug der kalkulatorischen Kosten ein betriebswirtschaftliches Ergebnis von einem Prozent der Betriebsleistung. Das bedeutet, die Ertragslage der Fliesenleger war 2011 gerade noch zufriedenstellend.

Die Konjunktur

Für 2013 können die Fliesen-, Platten- und Mosaikleger nur mit stagnierenden Umsätzen rechnen. 2014 sollte ein leichter Umsatzanstieg möglich sein. Im Branchendurchschnitt wird das Umsatzplus bei den Betrieben nur zu einer ausreichenden Ertragslage führen.

68 000
Betriebe
5,5 Mrd.
Euro Gesamtumsatz (geschätzt)

Die Aussichten

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sowie die IG Bau sind sich einig: Die Abschaffung der Meisterpflicht im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk war eine Fehlentscheidung zulasten dieser Branche und der Verbraucher. Die Vielzahl der Einmannbetriebe bildet ein Einfallstor für Illegalität am Bau. Die Betriebe erhalten die Zulassung im Fliesenlegerhandwerk, treten aber als Kolonnen auf Baustellen auf und verrichten eine Vielzahl von Tätigkeiten anderer Gewerke, was zu Schäden weit über das eigentliche Fliesenlegerhandwerk hinaus führe, kritisiert der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Eine Wiedereinführung der Meisterpflicht, wie sie der Verband fordert, erscheint aber derzeit politisch kaum durchsetzbar (Quelle: BVR und ZDB).

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