Finanzen -

Finanzierung Kreditzugang hängt von der Art des Vorhabens ab

Trotz des derzeit guten Finanzierungsklimas ist der Kreditzugang nicht für alle Unternehmen und alle Finanzierungsanlässe gleich. Zu diesem Ergebnis kam die Resarchabteilung der KfW-Mittelstandsbank in einer aktuellen Analyse. Danach sind die Chancen auf einen Kredit bei Investitionen in materielle Vermögenswerte am Besten.

Wer als Unternehmer in Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge oder Einrichtungen investiert, erhält nach Berechnungen von KfW-Research zu 93 Prozent eine Kreditzusage. Ähnlich positiv sieht es bei Investitionen in Gründstücke und Gebäude sowie bei Übernahmen und Beteiligungen aus, wo die Zusagewahrscheinlichkeit bei Werten um die 90 Prozent liegt. Die KfW-Experten begründen die guten Zusagechancen damit, dass die Erfolgsaussichten für externe Geldgeber bei diesen materiellen Investitionen vergleichsweise gut zu beurteilen sind, zudem können die Vermögensgegenstände bei einem Kreditausfall meist unproblematisch zu Geld gemacht werden.

Je weniger handfest, desto schwieriger

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen den Kreditzugang als schwierig bis sehr schwierig erlebt, ist bei Investitonen im Bereich Digitalisierung mit 15 Prozent schon deutlich höher als bei den  materiellen Vermögenswerten, am schwierigsten wird der Kreditzugang von den Unternehmern bei Investitionen in Betriebsmittel (22 Prozent) und immaterielle Vermögenswerte (24 Prozent) eingeschätzt. Nach Ansicht des KfW-Experten Volker Zimmermann können Geldgeber bei diesen Vorhaben die Erfolgsaussichten nur schwer beurteilen, darüber hinaus ist eine Verwertung von Betriebsmitteln im Schadenfall oft sehr schwierig.

Fazit des KfW-Experten: Eine Entwicklung weg von Investitionen in Sachanlagen und hin zu immateriellen Vermögenswerten kann langfristig den Kreditzugang der Unternehmen belasten.

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