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Neulich traf ich einen befreundeten M&A-Berater. Er hilft Firmen, Betriebe zuzukaufen oder das eigene Unternehmen zu verkaufen. Dieser Freund erzählte mir eine seiner Lieblingsgeschichten. Sie handelt von einem größeren, Metall verarbeitenden Unternehmen. Die Firma leitet seit über 20 Jahren, nach dem Tod ihres Mannes, die Seniorchefin. Inzwischen ist die Dame 83 Jahre alt.
Vor einigen Jahren bat sie meinen Freund, ihr zu helfen, die Firma zu verkaufen. Sie sei sich nicht sicher, ob ihr Sohn, heute 62 Jahre alt, der richtige Nachfolger sei. Zum Verkauf hat sie sich bis heute nicht durchgerungen. Einmal im Jahr besucht nun mein Freund die Dame, geht mit ihr Essen, dann im Park spazieren, und fragt sie, ob sie sich entschieden habe. Und jedes Mal hört der Berater den gleichen Satz: „Ach drängen Sie mich doch nicht so.“
Wohlgemerkt: Er mag die Erzählung nicht, weil sie so gut ausgeht. Sie illustriert nur auf fatale Weise, wie wichtig es ist, das Thema Nachfolge frühzeitig anzugehen. Dann, wenn der Unternehmer den Nachfolger aus der Familie aufbauen kann, wenn die Banken noch nicht maulen, wenn noch Zeit genug ist, den Betrieb für einen Käufer fit zu machen. Jedes Jahr stehen bis zu 70000 Handwerksbetriebe zur Übergabe an. Um jeden, der aufgrund einer missglückten Planung aufgeben muss, ist es schade.
Damit Sie Ihre Betriebe langfristig erhalten, hat handwerk magazin sich in dieser Ausgabe dem Thema Nachfolge gewidmet. In der Titelstory erzählen wir die Geschichten von Unternehmern, die zeigen wie Firmen erfolgreich weitergereicht werden können, die aber auch offenbaren, wie schwer es bisweilen sein kann, einen Nachfolger zu finden. Unter all den nützlichen Tipps scheint mir einer der wichtigste: Planen Sie rechtzeitig.
Und auch nach der zweiten Ausgabe interessiert uns, wie Ihnen unser neues Design gefällt. Schreiben Sie mir.
Holger Externbrink, Chefredakteur
holger.externbrink@handwerk-magazin.de
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