Geschäftsideen

SH: Gründer 2009

Einfach die Kunden begeistern

Geschäftsideen | In Ihrer Region gibt es Wettbewerber? Kein Problem, dann müssen Sie etwas bieten, was andere nicht haben. Je konsequenter die Positionierung, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Bild: KD Busch
Thomas Rodens

Die Angst zu scheitern hält viele von der Selbständigkeit ab. Wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, sind die Deutschen im Vergleich mit anderen Nationen eher risikoscheu. Neben der Angst, es nicht zu schaffen, glauben viele auch, nicht die nötigen Fähigkeiten zu besitzen. Mit der Folge, dass laut Studie nur 1,4 Prozent der 18- bis 64-Jährigen gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen. Deutschland belegt damit im Vergleich von 18 Ländern den vorletzten Platz.

Die Gründung allein ist somit schon der erste Schritt, sich aus der Masse herauszuheben. Darüber hinaus brauchen Gründer noch eine gute Idee und eine satte Portion Kundenorientierung.

Dass dieser Weg innerhalb kurzer Zeit zum Erfolg führen kann, zeigt das Beispiel von Thomas Rodens. Der Maler- und Lackierermeister hat sich im März 2008 mit „Handwerk mit Stil“ in Stuttgart selbständig gemacht. Der Betrieb versteht sich als Handwerksdienstleister: Von Maler-, über Bodenleger- bis hin zu Fassadenarbeiten oder dem Einziehen von Spanndecken bietet Rodens Komplettpakete im Innenausbau an, die sich in ihrer Flexibilität zu 100 Prozent an den Wünschen der Kunden orientieren. So arbeitet das „Handwerk mit Stil“-Team zum Beispiel, während der Kunde im Urlaub ist.

Sich komplett am Kunden auszurichten schafft der 25-Jährige durch eine moderne Betriebsführung. Durch seine Zusatzausbildung zum Betriebsmanager im Handwerk kennt Rodens die Schwachstellen vieler Betriebe, zum Beispiel, dass Mitarbeiter oft zu wenig über Aufträge wissen, um ihr ganzes Potenzial einsetzen zu können. Thomas Rodens hat das von Anfang an anders gemacht: Zu jedem Projekt gibt es Baustellenmappen, seine Mitarbeiter kennen die Preise und bekommen Feedback, wie ein Auftrag gelaufen ist. Er schenkt Vertrauen und bekommt dafür zusätzliche Leistung: „Die Mitarbeiter bringen sich ein, fragen nach oder kommen auch am Samstag rein, wenn’s sein muss.“

Der Preis ist kein Thema

Die Transparenz innerhalb des Betriebs wirkt sich positiv auf die Arbeitsergebnisse aus. Rodens hat deshalb viele Kunden, die sehr zufrieden sind und nicht über den Preis diskutieren. Einige, wie eine Filiale der Modemarke Esprit, konnte er sogar von seiner früheren Tätigkeit als angestellter Meister in die Selbständigkeit mitnehmen. Marketing macht Rodens mittlerweile ausschließlich über Netzwerke wie Xing oder die Vereinigung für Geschäftsempfehlungen BNI. Dass er keine Kaltakquise betreiben muss und seine Kunden per Weiterempfehlung bekommt, ist einer seiner größten Erfolge seit Unternehmensgründung.

Es muss also gar nicht die große Erfindung sein, die Gründer ihren Konkurrenten um Längen voraus sein lässt. Das Beispiel von Thomas Rodens zeigt, dass es auch in klassischen Gewerken gelingt, schnell und auf Dauer erfolgreich zu sein: Wenn man sein Angebot nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausrichtet und flexibel reagieren kann.

Sandra Rauch
kerstin.meier@handwerk-magazin.de

Gründer: Thomas Rodens
Unternehmen: Handwerk mit Stil
in Stuttgart
Idee: speziell auf Kundenwunsch abgestimmte Dienstleistungspakete im Innenausbau
Gegründet: 2008
Mitarbeiter: 4 und 2 Azubis
Umsatz: 300000 Euro
www.handwerkmitstil.de

 
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