Mitarbeiter

22.04.2010
Familienfreundlichkeit

Ehrensache im Handwerksbetrieb

Die Unternehmen übernehmen immer mehr Verantwortung, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht - und das trotz der Wirtschaftskrise. Das geht aus dem "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010" des IW Köln hervor. "Im Handwerk sind familienfreundliche Maßnahmen seit langem selbstverständlich", sagt Otto Kentzler, Präsident des ZDH.

Familienfreundliche Maßnahmen rechnen sich, z.B. durch einen geringeren Krankenstand. Bild: iStockphoto

Wer als Arbeitgeber attraktive Arbeitsbedingungen für Beschäftigte mit Familienpflichten bietet, erhöht seine Chancen im Wettbewerb um Fachkräfte. Die Ergebnisse belegen: Trotz der schweren Wirtschaftskrise sehen sich mit sieben Prozent nur wenige Unternehmen gezwungen, ihre familienfreundlichen Angebote einzuschränken oder zu verschieben.

Fast alle Unternehmen bieten zumindest eine Maßnahme auf dem Feld der Arbeitszeitflexibilisierung oder Telearbeit an. Besonders verbreitet sind Teilzeitangebote, individuell vereinbarte Arbeitszeiten und eine flexible Tages- und Wochenarbeitszeit.

Neun von zehn Unternehmen fördern ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, während oder nach der Elternzeit. Vielen Firmen bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so auch während der Elternzeit beruflich verbunden: mit phasenweiser oder Teilzeitbeschäftigung.

Nicht ganz zwei Drittel der Unternehmen bieten zumindest eine Maßnahme in der Kinder- und Angehörigenbetreuung an. Für die Mehrheit der Betriebe ist es dabei selbstverständlich, Beschäftigte von der Arbeit über den gesetzlichen Anspruch hinaus freizustellen, wenn deren Kinder erkrankt sind.

Infos zum Unternehmensmonitor und weiteren Initiativen

Der Unternehmensmonitor wurde nach 2003 und 2006 bereits zum dritten Mal vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt. Er gibt Auskunft über den Stand der Familienfreundlichkeit der deutschen Wirtschaft.

Seit Mitte 2003 wirbt die "Allianz für Familie" für mehr Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft. Die "Allianz für Familie" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums, der Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften.

Im Juli 2006 hat die Bundesregierung das Unternehmensnetzwerk " Erfolgsfaktor Familie " ins Leben gerufen. Es bietet Betrieben die Gelegenheit, voneinander zu lernen. Ziel ist es, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen.

Die Unternehmenschefs können so auf eine Vielzahl betriebswirtschaftlich durchgerechneter Konzepte zugreifen. Das Netzwerk hat mittlerweile rund 2.800 Mitglieder. Das Netzwerkbüro berät und unterstützt gerade kleine und mittlere Betriebe bei der praktischen Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik.

Mehr zum Thema auf handwerk-magazin.de:

Studie: Familienunternehmen haben herausragende Bedeutung

Meldung: Finanzierung: Freunde helfen Freunden

 
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