Überzeugt man Kunden durch ein ansprechend dekoriertes Schaufenster oder eine fachkundige Beratung? Im richtigen Leben würden viele Unternehmer für das Gespräch plädieren, im Internet belassen es die meisten beim dekorativen Schaufenster, mit dem sich eine normale Homepage vergleichen lässt. Sie verschenken damit Potenzial, denn mit einem Blog oder Internettagebuch können Betriebe im Netz leicht mit potenziellen Kunden ins Gespräch kommen. Ein Blog lässt sich ohne großen technischen und finanziellen Aufwand führen, einzige Voraussetzung sind etwas Zeit und die Lust, über die eigene Branche und die Produkte zu schreiben.
Dass man die Leser damit auch ins Geschäft holt, zeigt das Optiker-Fachgeschäft Schütz aus Pforzheim. Hier bloggt Augenoptikermeister Kay Dollt im Auftrag seiner Chefs
Jürgen Jainta und Regina Hutter seit Anfang 2007 rund ums bessere Sehen. Für die sorgfältig recherchierten Artikel benötigt der 27-Jährige zwar ein bis zwei Stunden am Tag, doch die Mühe lohnt: Rund 700 Leser besuchen täglich den Blog, viele davon werden im realen Leben Kunden. Mittlerweile kämen sogar Leute aus Hamburg, um in Pforzheim eine Brille zu kaufen, sagt Dollt. „Ihr Handwerk verstehen viele Kollegen genauso gut, doch wir zeigen unsere Leistung einfach besser.“ Weil viel Informationsbedarf bestehe, sei es nicht schwer, Leser zu gewinnen, so Dollt, viele Besucher fänden die Artikel über Suchmaschinen. Von Eintrag zu Eintrag sei der Blog deshalb immer bekannter geworden: „Je mehr Themen man abdeckt, umso besser wird man gefunden.“
Weil auf jeden Artikel ein Feedback ewünscht ist, sind Blogs die billigste Art um Marktforschung zu betreiben, sagt Karl-Heinz Wenzlaff. Der Experte für Unternehmensblogs empfiehlt Existenzgründern sogar, gleich mit einem Blog zu starten und so von Anfang an das Gespräch mit Kunden zu suchen. Die Funktionen einer Homepage gingen dadurch nicht verloren, mit einer modernen Blogsoftware könne man einen ganz normalen Unternehmensauftritt erstellen, der durch den Blog ergänzt wird. Um möglichst viele Leser zu
erreichen, rät Wenzlaff, die Blogthemen auf einen Bereich zu beschränken, Beiträge im festen Rhythmus zu veröffentlichen und vor allem: den eigenen Blog mit anderen (Unternehmens)Blogs zu verlinken.
www.optikerblog.de
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