Finanzen
SH: Gründer 2009
Die braucht jeder Betrieb
Betriebshaftpflichtversicherung | Die Police sichert existenzbedrohende Risiken für den eigenen Betrieb ab und darf in keinem Unternehmen fehlen. Für Existenzgründer im Handwerk bieten die Versicherungsgesellschaften attraktive Konditionen und Rabatte an.
Bild: Matthias Wuttig
Abgesichert gegen Betriebsunfälle beim Kunden:die mobile Friseurmeisterin Katja Nägler.
Das Geschäft geht gut. Katja Nägler ist mobile Friseurmeisterin in Leipzig. Ihre Kunden sind überwiegend junge Mütter, die sich und ihren Kindern lieber in der gewohnten Umgebung die Haare waschen und schneiden lassen. Im September 2008 hat sie sich mit ihrem mobilen Friseurdienst in der sächsischen Messemetropole selbständig gemacht. „Der eigene Salon kommt später. Ich muss erst mal sehen, wie alles anläuft“, sagt die 26-Jährige. Gewaschen und gefärbt wird meist im Badezimmer der Kunden. „Aber wenn das zu klein ist, muss man auf das Wohnzimmer ausweichen. Und dann können auch ein paar Farbspritzer auf dem Teppich oder der Kleidung landen“, sagt Katja Nägler.
Für solche und andere Schäden hat sie eine Betriebshaftpflichtpolice abgeschlossen. Nicht ohne sich vorher gründlich zu informieren und zu vergleichen. Von der Signal Iduna, die ihr Büro gleich neben dem Startercenter der Handwerkskammer Leipzig hat, fühlt sie sich als Existenzgründerin gut beraten. „Die Vermittlerin hat mir genau erklärt, welche Policen man braucht. An erster Stelle steht die Betriebshaftpflicht.“
Die Police deckt Sach- und Personenschäden ab, die Kunden, Lieferanten oder Besuchern des Unternehmens zugefügt wurden. Bei entstandenem Schaden ist der Betrieb zu Schadenersatz verpflichtet. Diese Risiken kann man mit einer Betriebshaftpflichtversicherung absichern. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist der Abschluss der Police keine Verpflichtung, sondern freiwillig.
Schadenersatz ist teuer
Über 100 Gesellschaften bieten betrieblichen Haftschutz für alle Gewerke des Handwerks an. Bei richtiger Auswahl lassen sich zwischen 30 und 100 Prozent Prämie sparen. Die günstigste Versicherung ist aber nicht unbedingt immer von Vorteil. „Im Schadensfall kommt gerade in der Haftpflicht bei teureren Versicherern häufig eine bessere Lösung zustande als bei Billiganbietern“, erklärt der unabhängige Versicherungsberater Werner Fütterer. Für Existenzgründer sind in den ersten Berufsjahren bei vielen Gesellschaften Nachlässe möglich bis zu einem Drittel zum Beispiel bei den Haftpflicht-Einsteigerpolicen (siehe Tabelle).
Die Versicherer bieten in ihren Betriebshaftpflichtpolicen feste Deckungssummen an, die oft über einer Million Euro liegen. „Es ist für das Unternehmen nicht günstiger, wenn man die Deckungssumme verringert“, sagt Fütterer.
Schon ein Schaden von 2000 bis 3000 Euro könne für Gründer eine Existenzbedrohung sein, gibt Fütterer zu bedenken. Auch mit speziellen Verträgen kann sich vor diesen Schäden und ihren Konsequenzen kein Betrieb schützen. Derzeit ist Katja Nägler mit ihrer Police gut abgesichert. Wenn sie aber einen eigenen Salon eröffnet, wird ein neuer Versicherungscheck für den ersten eigenen Betrieb notwendig sein.
Carla Fritz
cornelia.hefer@handwerk-magazin.de
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