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28.07.2009
Mit den Konjunkturpaketen der Bundesregierung stellt die KfW 2009 und 2010 rund 52,5 Milliarden Euro bereit. Wie kleinere und mittlere Unternehmen von den Fördermitteln profitieren können, zeigt Ihnen das aktuelle Themenpaket "die Konjunkturberater".

Von KfW-Vorstand Axel Nawrath hängt der Erfolg der Konjunkturpakete ab. handwerk magazin sprach mit dem neuen KfW-Vorstand darüber, wie die Betriebe konkret von den Fördertöpfen profitieren können.
hm: Sie müssen 40 Milliarden Euro aus den Konjunkturpaketen der Regierung verteilen.Wie viele Kredite hat die KfW bereits ausgereicht?
Nawrath: Anfang Juni hatten wir etwa 1350 Anträge auf Fördermittel vorliegen. Das entspricht einer Fördersumme von rund 5,8 Milliarden Euro. Nicht eingerechnet sind Anfragen, für die noch keine formellen Anträge vorliegen.
hm: Welche Unternehmen erreichen Sie mit den Krediten?
Nawrath: Obwohl es in den Medien häufig anders dargestellt wird, sind es insbesondere die kleineren Firmen, die von der Förderung profitieren. Rund ein Drittel der Kredite sind kleiner als 100.000 Euro. Insgesamt zwei Drittel der Förderdarlehen betreffen Kredite unter 500.000 Euro. Und nur 80 Firmen haben bisher Mittel beantragt, die oberhalb von zehn Millionen Euro liegen.
hm: Verglichen mit dem vergangenen Jahr: Hat die KfW mehr Fördermittel an Betriebe und Haushalte vergeben?
Nawrath: Unser Fördervolumen entwickelt sich sehr gut und liegt voll im Rahmen unserer Erwartungen.
hm: Auch die neuen Fördergelder müssen die Firmen über ihre Hausbank beantragen. Dies entpuppte sich in der Vergangenheit immer wieder als Flaschenhals. Wie sieht es diesmal aus?
Nawrath: Die Zusammenarbeit mit den Hausbanken ist auch im Rahmen des KfW-Sonderprogramms gut. Bisher gibt es keinen Anlass zu glauben, dass sich die Banken anders verhalten als sonst. Richtig ist aber, dass es eine gewisse Zeit gebraucht hat, bis die Informationen über die neuen Fördermittel an alle Institute gelangt sind. Eine konkrete Statistik, wie viele Kreditabsagen die Banken im Vorfeld aussprechen, haben wir allerdings nicht.
hm: Nach welchen Kriterien beurteilen Banken und KfW, ob ein Unternehmen Fördermittel aus dem Sondertopf erhalten darf?
Nawrath: Wir beurteilen die Anträge klar nach bankmäßigen Kriterien. Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob vor dem 1. Juli 2008 die Bilanz noch in Ordnung war und erst seitdem die Umsätze eingebrochen sind. Es werden nur Unternehmen unterstützt, die aufgrund der Finanzkrise Schwierigkeiten haben, an Finanzmittel zu gelangen. Waren die Zahlen aber schon vorher schlecht, gibt es kein Geld aus dem Konjunkturprogramm.
hm: Welche Gründe für die Ablehnung der Kreditwünsche gibt es darüber hinaus?
Nawrath: Bisweilen müssen wir den Förderwunsch aus formalen Gründen versagen. Etwa, weil uns Bilanzen oder Cash-Flow-Zahlen nicht vorgelegt werden. Zwar hat uns die Bundesregierung bei der Beurteilung des Risikos einen etwas größeren Toleranzspielraum eingeräumt, Sanierungs- oder Restrukturierungsfälle müssen wir allerdings ablehnen. Hier sind uns die Hände gebunden, weil es sich um ein von der EU genehmigtes Beihilfemodell handelt.
hm: Wie lange dauert es bei bestandener Kreditprüfung, bis die Betriebe über die finanziellen Mittel verfügen können?
Nawrath: Das geht recht schnell. Sobald uns der Antrag vorliegt, benötigen wir bis zu zehn Bankarbeitstagen bis der Kreditantrag von uns entschieden ist.
hm: Die Unternehmer berichten aber von deutlich längeren Entscheidungszeiten.
Nawrath: Das liegt an unterschiedlichen Berechnungen. Wir rechnen die Zeit, sobald uns der vollständige Antrag mit allen Anlagen vorliegt. Die Unternehmen messen die Zeit oft beginnend mit der Kreditanfrage. Bis aber alle Unterlagen vorliegen, vergehen oft einige Tage.
hm: Kleinere Firmen schreckt dieser recht große Aufwand oft ab. Können Sie für kleine Betriebe nicht ein vereinfachtes Verfahren anbieten?
Nawrath: Obwohl uns die Bundesregierung eine größere Risikotoleranz zugestanden hat, brauchen wir Unterlagen, um zu einer angemessenen Risikobeurteilung zu gelangen. Wer Kredite beantragt, muss Informationen über sein Unternehmen bereitstellen. Das ist bei jeder Bank ganz normal. Im Übrigen sind die Informationen, die wir benötigen, gar nicht so umfangreich.
hm: Gehen die Sonderkredite zu Lasten der klassischen Fördertöpfe wie Unternehmerkredit oder Startgeld?
Nawrath: Nein, dafür haben wir keine Anhaltspunkte. Beim Unternehmerkredit liegen wir auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Startgeld haben wir sogar mehr Förderungen ausgereicht als in den vergangenen zwölf Monaten. Allenfalls die normale Umweltförderung liegt unter den Werten von 2008. Hier mag es eine Verlagerung zugunsten des Energieeffizienzprogramms geben. Doch das ist nach einem Vierteljahr noch nicht abschließend zu beurteilen.
hm: Handwerksbetriebe interessiert vor ­allem das Energieeffizienzprogramm – sowohl für sich als auch für ihre Kunden. Wie erfolgreich ist das Angebot?
Nawrath: Das Programm läuft phantastisch. Seit dem 1. April haben wir 40.000 Kreditzusagen in einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro vergeben. Damit werden Bauvorhaben mit einem Volumen von fast sechs Milliarden Euro durchgeführt. Dies sichert allein dieses Programm für ein Jahr gut 100.000 Arbeitsplätze im Bereich energieeffizientes Bauen. (ex)

Weitere Infos zu den neuen Förderkrediten aus dem Konjunkturpaket I und II erhalten Sie auf der KfW-Homepage unter:
Oder Sie wenden sich direkt an das KfW Infocenter:
Telefon: 0 18 01/24 11 24

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