Banken verwehren kleinen Unternehmen oft Kredite. Nun hilft der Staat: Der Bund stellt über den "Mikrokreditfonds Deutschland" zunächst bis 2015 ein Kreditvolumenvon rund 100 Millionen Euro bereit. Für kleine Handwerksbetriebe eine gute, schnelle und einfache Gelegenheit, an Geld zu kommen.
Das Bundesarbeitsministerium zahlt rund 40 Millionen Euro in den Fonds ein. Die restlichen 60 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds.
Die Kreditvergabe erfolgt durch die Bochumer GLS Bank in einem kooperativen Modell. Die Bank wird erst aktiv, wenn Beratungsorganisationen wie Gründerzentren, Genossenschaften, Wirtschaftsgesellschaften oder Unternehmensberatungen, die als Mikrofinanzierer fungieren, einen Kunden empfehlen.
Interessenten für einen Mikrokredit können sich an eines der zwölf Mikrofinanzinstitute wenden. In großen Städten wie Berlin, München, Hannover oder Dortmund ist schon eines installiert, weitere sieben stehen kurz vor dem Start.
Eine aktuelle Übersicht der Mikrofinanzinstitute finden Sie unter mikrokreditfonds.de
Jeder, der von seiner Hausbank wegen fehlender Sicherheiten kein Geld erhält, kann einen Mirkokredit beantragen.
Die GLS Bank vergibt Kredite bis zu einer Höhe von 20.000 Euro. Die Vergabe funktioniert allerdings anders als bei der Hausbank. Die Interessenten bekommen bei Antrag Besuch von einem Mikrofinanzierer.
Gemeinsam mit dem Handwerksunternehmer überprüfen sie die Kontoauszüge und informieren sich bei Angehörigen oder Freunden Informationen über das zu finanzierende Projekt. Sind sich Interessent und Kreditgeber einig, geht es schnell. Gewöhnlich sollte der Mikrokredit nach einer Woche ausgezahlt werden, sagt das Bundesarbeitsministerium.
Freilich ist der Kredit nicht umsonst. Jährlich werden maximal 7,5 Prozent Zinsen fällig. Deshalb unterscheidet sich der Mikrokredit von einem Förderprogramm.
dhz /ree
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