Unternehmerfrauen im Handwerk UFH

09.03.2010
Niedersachsen

„Beim Thema Kreditzinsen lassen wir nicht locker!“

Schwerpunkt der Unternehmerfrauen im Handwerk in diesem Jahr: Informationen über Vorsorgemaßnahmen gegen betriebliche Notfälle

Winsen/L./Papenburg. Die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sind noch lange nicht ausgestanden, die Folgen für das Handwerk noch nicht abzusehen. Davon ist Heidi Kluth, Vorsitzende des UFH-Arbeitskreises Landkreis Harburg, nach der Rückkehr von der Landesverbandstagung der UFH Niedersachsen in Papenburg überzeugt. UFH – das sind die Unternehmerfrauen im Handwerk, die als Unternehmerinnen, Ehefrauen oder Partnerinnen in der Führungsebene der Handwerksbetriebe tätig sind. Im regionalen Arbeitskreis Landkreis Harburg sind rund 65 Unternehmerfrauen organisiert.

Die UFH-Landesvorsitzende Heidi Kluth hatte in Papenburg klargestellt, dass es für das Handwerk noch keine grundsätzliche Kreditklemme gebe, allerdings werde von der Kreditwirtschaft mehr Entgegenkommen erwartet. „Handwerksbetriebe müssen für viele Aufträge in Vorleistung treten, zum Beispiel für Planungskosten oder Materialeinkauf,“ erläutert Kluth. Dazu müssten oft Kontokorrentkredite genutzt werden. Eine Reihe von Kreditinstituten agierten mit überzogen hohen Kontokorrentzinsen und belasten damit die Betriebe über Gebühr.

Unternehmerfrauen sehen das durch eine Analyse der Zeitschrift „Finanztest“ bestätigt, wonach Kontokorrentzinsen „nicht nur in Einzelfällen überzogen hoch“ ausfielen. Die organisierten Unternehmerfrauen in den Arbeitskreise werden bei dieser Frage in Zukunft verstärkt ihren Blick auf den Kreditsektor lenken: In Papenburg kündigten sie eine landesweite Umfrage unter den Mitgliedern an, mit der sie diese Frage gesondert in ihren Reihen untersuchen wollen. „Wir lassen bei dem Thema nicht locker,“ verspricht Heidi Kluth.

Unterstützung erhielten die UFH-Arbeitskreise von der Emsländischen Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann. Sie habe in ihrem Vortrag in Papenburg die Unterstützung der Bundesregierung für den Bankensektor aus Verantwortung für die Gesamtwirtschaft verteidigt, aber zugleich klargestellt, dass sich die Kreditwirtschaft nicht an ihrer Kundschaft schadlos halten könne: „Wer den Schaden anrichtet, muss dafür auch haften!“ Die engagierte Politikerin stärkte den Unternehmerfrauen den Rücken, indem sie UFH-Projekte wie die Initiative für mehr Engagement von Handwerkerinnen in der Politik lobte und die UFH-Mitglieder zu weiteren Initiativen ermunterte.

Auf Ebene des UFH-Arbeitskreises Landkreis Harburg soll in diesem Jahr intensiver über die Position und die Aufgaben der Unternehmerfrauen als Führungskräfte im Handwerksbetrieb diskutiert und informiert werden, berichtet Heidi Kluth. Hilfestellung gibt es durch die neue Broschüre des Landesverbandes „Mehr Wissen macht stark!“ In ihr sind zentrale Themenfelder zum Auf- bzw. Ausbau von mehr Führungskompetenz aufzeigt. „Gerade auch in schwierigen Zeiten müssen wir mehr Unternehmerfrauen für die innerbetrieblichen Herausforderungen sensibilisieren,“ betont Kluth. Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe durch die Qualifizierung der Unternehmerfrauen zu stärken.

Ebenso müsse der Fortbestand des Betriebes durch die Unternehmerfrau gesichert werden, indem man gezielte Vorbereitungen auf mögliche Notsituationen trifft. „Eine solche Notlage kann jeden Handwerksbetrieb unverhofft treffen. Und dann sind nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch schnell die Existenzgrundlage der Inhaberfamilie in Gefahr,“ warnt die UFH-Arbeitskreis-Vorsitzende. Darum richte sich die Broschüre nicht nur an Unternehmerfrauen, die im Verband organisiert sind, „sondern an alle Unternehmerfrauen aus dem Handwerk, die Interesse haben, einfach mehr zu wissen!“ Interessenten können die Broschüre über den UFH-Arbeitskreis Landkreis Harburg, (Telefon 04186-7326 oder E-Mail: h.kluth@kluth-sohn.de ) erhalten.

 
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