Markt

14.08.2009

BDI-Chef: Banken sind zu zögerlich

Industriepräsident Hans-Peter Keitel hat die Geschäftspolitik der Banken in der Krise kritisiert. Er bemängelte schlechte Kreditkonditionen und bescheinigte den Banken zögerliches Verhalten bei der Kreditvergabe. Seiner Meinung nach setzten die Institute nur auf "einfache Geschäfte".

"Die Banken müssen sich anstrengen", fordert Industriepräsident Keitel. Foto: iStockphoto

In einem von der "Süddeutschen Zeitung“ veröffentlichten Streitgespräch mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) kritisierte Keitel , Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), die Institute: "Die Banken müssen sich anstrengen, die Produkte, die die Industrie dringend braucht, in den Markt zurückzubringen“. Es hake bei den langen Fristen, der Finanzierung von Großprojekten und bei Konsortialkrediten. "Und da müssen sich die Banken schon an die eigene Nase fassen."

Steinbrück appellierte an die Finanzinstitute, sich nicht nur auf das Handelsgeschäft zu konzerntrieren, um kurzfristig höhere Renditen zu erzielen. "Das wäre dumm, denn die Banken sollten daran interessiert sein, die Unternehmen auch nach der Krise als Kunden zu behalten", sagte der Minister. Es könne doch nicht in ihrem Interesse sein, dass Firmen über die Wupper gehen.

Steinbrück schwächte ältere Aussagen über die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Krediten ab. "Das Wort Kreditklemme steht derzeit eher für Verschlechterungen der Kreditkonditionen.“ Auch Keitel wollte nicht von einer Kreditklemme sprechen: "Tatsache ist, dass insgesamt die Zinsen und die Anforderungen an Sicherheiten deutlich gestiegen sind.“ (ddp/eg)



 

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