Unternehmerfrauen im Handwerk UFH
07.05.2012 | UFH Landshut/Presse

Alt werden ist nichts für Feiglinge.

Landshut. „Hilfe, Oma ist tot, Gott hab sie selig, die Kinder sind aus dem Haus und mein Mann geht in Rente!“ lautete das Thema eines Vortrags zu dem die Unternehmerfrauen im Handwerk Landshut (UFH) eingeladen hatten. Die Referentin Annemarie von Gradowski ist Wechseljahres-Therapeutin und Wellnessberaterin (IHK) und kommt aus Berlin.

Bild: UFH Landshut
v. links: Christine Zellner Vors. UFH Landshut und Annemarie von Gradowski

Jährlich gehen in Deutschland mehr als eine halbe Million Männer in den Ruhestand. Oft wird der Ruhestand - ob geplant, vorzeitig oder durch Arbeitslosigkeit - als Kränkung empfunden. „Viele Männer gehen unvorbereitet und ohne Vorstellung in diese neue Lebensphase“, so Annemarie v. Gradowski. Nach dem ersten Ausruhen fragen sich viele Männer: Was habe ich eigentlich im Leben erreicht? Welche Spuren hinterlasse ich? Habe ich in meinem Leben überhaupt das Richtige getan? Männer erleben den Beraufsausstieg/ Renteneinstieg nicht selten als große Krise in ihrem Leben. Die sozialen Kontakte reduzieren sich radikal und die Beziehung zur Ehefrau/ Partnerin steht vor einer ihrer größten Herausforderungen. Welchen Raum kann der Mann im Leben seiner Partnerin einnehmen, ohne sie einzuengen. Die Frauen haben oft nicht den Mut, den Mann in die Richtung zu weisen. Hier kann eine Beziehungsinventur helfen. Wenn diese Lebenskrise jetzt nicht abgearbeitet wird, dann führt dies oft zu Depressionen.

Durch das steigende Lebensalter bei Männern, jetzt im Durchschnitt bei 77 Jahren und bei Frauen bei 84 Jahren, nimmt die nachberufliche Ruhephase rund 1/3 bis ¼  der gesamten Lebensspanne ein.

Frauen planen in der Regel ihren Ruhestand gezielt und bleiben auch danach meist aktiver. Viele Männer jedoch bekommen eine große Sehnsucht nach einer sinnvollen Beschäftigung. Doch jede Krise hat zwei Gesichter. Gradowski führte vielfältige Lösungsmöglichkeiten auf. In dieser schwierigen Zeit ist das Paar nun gefordert eine neue Beziehungsqualität entstehen zu lassen. Die Sprache der Unzufriedenheit in eine Sprache der Wertschätzung zu ändern, denn schnell schleicht sich Respektlosigkeit ein und die Paare reden nicht mehr miteinander. Gradowski fordert die Partner auf, sich an die gemeinsame Zeit zu erinnern, als man geheiratet hat. Was habe ich damals so an meinem Partner geliebt? Seine Hände, sein Gesicht? Jetzt ist es an der Zeit seinen Partner neu kennen zu lernen. Reden statt schweigen ist die Devise.

Es gibt vielfältige Angebote seinen Alltag sinnvoll zu gestalten. Von Ehrenämtern in Vereinen, Leihoma/ Leihopa, Männer-/Frauenchor oder Malkursen kann man vieles ausprobieren. Es ist notwendig, sich damit zu beschäftigen, das richtige Hobby zu finden.

Ein weiteres Allheilmittel stellt die Bewegung dar. „Sport schadet ihrer Krankheit“ so Annemarie von Gradowski. Durch eine maßvolle Bewegung komme es oft gar nicht zu den vielerlei Krankheiten.

Das Buch „Das Beste kommt noch - Männer im Unruhezustand“ von Eckhart Hammer gibt Erfahrungen, Tipps und Orientierung zu diesem Thema.  Zum Abschluss forderte Gradowski die Unternehmerfrauen auf, sich Zeit zu nehmen für neue Wege und für neue Gefühle. Denn“ Alt werden ist nichts für Feiglinge!“, schloss Annemarie von Gradowski.

 

Fragen zum Inhalt und zum Arbeitskreis der Unternehmerfrauen im Handwerk e.V. (UFH) beantwortet Ihnen die Vorsitzende Christine Zellner Tel.08705/1291 oder 615 per Mail christine@polsterei-zellner.dehttp://landshut.unternehmerfrauen-bayern.de

 
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