IT -

3D-Technik fürs Handwerk

Das neue Verfahren fertigt komplexe Produkte in nur einem Arbeitsschritt. Feinwerkmechaniker Günter Hofmann nutzt die Technik. Wie die Geräte funktionieren und welche Anwendungen möglich sind.

Themenseite: 3D-Drucker

Schicht für Schicht baut der Laser im 3DDrucker das metallische Kleinteil auf. Der Prozess dauert. Ein 3D-Druck beansprucht je nach Bauteil mehrere Stunden. Bis aus dem Metallpulver eine auf den Nanometer angepasste Zahnkrone, Titanplatte oder Brücke geworden ist, muss der Faserlaser immer wieder das pulverförmige Metall lokal aufschmelzen. Die Schicht erkaltet nach der Laserung in wenigen Sekunden, bis dann eine neue Pulverschicht aufgetragen wird. Der moderne Laserdrucker steht im Showroom des oberfränkischen Feinwerkmechanikunternehmens Concept Laser, das zu der Hofmann Innovation Group in Lichtenfels gehört.

3D-Laserdruck

Der 3D-Drucker, den Marketingmanager Daniel Hund für handwerk magazin im Showroom vorführt, liegt mit 159 000 Euro noch im unteren Preissegment. Er ist auch der kleinste unter den drei Druckern im Raum. „Mit unserem 3D-Laserdruck-Verfahren können wir sowohl Werkzeugeinsätze mit konturnaher Kühlung, als auch Direktbauteile für die Schmuckbranche, Medizin- und Dentaltechnik sowie für die Kfz-Branche und Luft- und Raumfahrt fertigen“, erklärt Hund.

Anhäufen statt reduzieren

Damit der Laser auch weiß, welche Konturen er erstellen muss, gibt Feinwerkmechaniker Johannes Hoffmann die 3D-Daten mittels CAD (computer-aided design)-Software in den Drucker ein. Nach jeder aufgebauten Schicht senkt sich der Bauraumboden im Drucker, damit eine neue Schicht aufgetragen und durch den Laser wieder geschmolzen werden kann. Die einzelnen Ebenen sind 20 bis 100 Mikrometer dünn. Das erklärt den Zeitaufwand, der aber gegenüber konventionellen Produktionsverfahren wie dem Schmelzen, Gießen und Formen zwei entscheidende Vorteile hat. „Das 3D-Druckverfahren arbeitet so präzise wie kein anderes Produktionsverfahren und das auch in einem Guss“, so Hund weiter. „Der Anwender erhält ein fertiges Bauteil, das lediglich noch poliert oder beschichtet werden muss.“ Statt das Material zu zersägen, zu fräsen und es in aufwendigen Arbeitsschritten zu reduzieren, wird es beim 3D-Druck planvoll angehäuft.

3D-Drucker im Handwerk

Das 3D-Druckverfahren fertigt komplexe Produkte in nur einem Arbeitsschritt. Feinwerkmechaniker Günter Hofmann nutzt die Technik in seinem Unternehmen. Wie die Geräte funktionieren und welche Anwendungen im Handwerk möglich sind.

Die Concept Laser GmbH ist das jüngste Mitglied in der Unternehmensgruppe von Geschäftsführer Günter Hofmann. Der Unternehmer ist mit der Innovation Group und der 3DLaserdrucktechnik nicht nur marktführend, er lässt seine Erfahrungen und Innovationen auch in den Vorsitz der Feinwerkmechanik- Bundesfachgruppe des Metallverbandes miteinfließen. „Die 3D-Drucker sind für das Handwerk attraktiv, weil sie kleine Metallbauteile oder Schmuck in nur einem Arbeitsschritt herstellen können.“ Aber nicht nur Goldschmiede und Feinwerkmechaniker profitieren von dem 3D-Druckverfahren. Hofmann produziert auch Prototypen und Drucker für die Dentaltechnik. „Es gibt schon die passende 3D-Software für Zahntechniker, mit der die Handwerker schnell und billig einen Zahn aufbauen können – in der Herstellung kostet der Zahn dann nicht mehr als einen Euro.“

© handwerk-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen